Jan 05 2011

Nächtliches Schwitzen: Ursachen und Gegenmaßnahmen

Viele Menschen werden nachts von Hitzewallungen geplagt. Diese können einfache Ursachen haben, wie eine zu warme Zimmertemperatur, aber auch auf unterschiedliche Krankheiten hinweisen.

Starkes Schwitzen in der Nacht kann sehr lästig sein: Manche Menschen wachen auf, weil sie nass geschwitzt sind, und müssen unter Umständen sogar duschen und die Kleidung und die Bettwäsche wechseln. Oft ist mit den Hitzewallungen auch ein unruhiger Schlaf verbunden. Die Ursachen für die übermäßige Schweißproduktion sind vielfältig: So neigen zum Beispiel Frauen in den Wechseljahren zu Schweißausbrüchen in der Nacht sowie Jugendliche in der Pubertät. Schwangere oder Übergewichtige haben ebenfalls mit Nachtschweiß zu kämpfen. ­Manche Betroffene ­haben aber auch einfach die Heizung zu hoch eingestellt. Idealerweise sollte die Temperatur im Schlafzimmer nur etwa zwischen 16 und 18 Grad betragen. In anderen Fällen liegt es an zu dicken Decken oder zu warmer Bekleidung, zum Beispiel bei Menschen, die schnell frieren. Außerdem können die Ernährungsgewohnheiten für nächtliches Schwitzen verantwortlich sein, wie zum Beispiel viel fettes Essen am Abend, Alkohol oder Kaffee. Einige Medikamente lösen als Nebenwirkung nachts Hitzewallungen aus.

Wer zum Nachtschweiß neigt, sollte atmungsaktive Schlafanzüge aus Baumwolle tragen. Er sollte darauf achten, dass die Schlafzimmertemperatur optimal ist und belastende Speisen am Abend meiden. Außerdem hilft es, viel zu trinken. Lindernd wirkt darüber hinaus Salbeitee.

Wenn sich die Hitzewallungen nicht mit harmlosen Ursachen wie einer Schwangerschaft erklären lassen oder Maßnahmen wie dünnere Kleidung nichts helfen, sollte man die Symptome von einem Arzt abklären lassen. Wer auch tagsüber mit Schweißausbrüchen kämpft, leidet vielleicht an einer Überproduktion der Schweißdrüsen.

Nachtschweiß kann außerdem auf Krankheiten hinweisen: Er tritt zum Beispiel gern vor einer Grippe auf. In anderen Fällen können ­Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes die Ursache sein. Auch rheumatische Erkrankungen und Autoimmunstörungen rufen zum Teil starke Schweißausbrüche in der Nacht hervor. Leber- und Nebennierenerkrankungen können ebenfalls der Grund sein. Es ist auch möglich, dass sehr schwere Erkrankungen wie HIV oder Krebs, vor allem Lymphdrüsenkrebs, die Ausbrüche auslösen. In einigen Fällen liegen psychische Störungen wie Depressionen oder Ängste zugrunde. Ist eine Krankheit die Ursache, sollte diese natürlich zuerst behandelt werden.

Wenn die starke Schweißproduktion aber durch eine Überfunktion der Schweißdrüsen ausgelöst wurde, gibt es unterschiedliche Methoden, die Symptome zu lindern. So kann man zum Beispiel schweißhemmende Mittel nehmen, die sogenannten Antitranspirantien. Einige davon sind frei erhältlich, andere verschreibungspflichtig. Der Arzt kann auch eine Behandlung in Wasserbädern mit Gleichstrom vorschlagen. Außerdem lassen sich die Schweißausbrüche mit Botox behandeln. Botox ist vor allem aus der Schönheitsmedizin bekannt. Mithilfe des Nervengifts Botox lässt sich die Impulsübertragung von den Nervenfasern zu den Schweißdrüsen blockieren. Der Arzt kann außerdem während einer lokalen Betäubung die Schweißdrüsen entfernen. Eine weitere Methode erfordert eine Vollnarkose. Dabei werden Nervenganglien, welche die Schweißdrüsen anregen, durchtrennt oder unterbrochen.

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